Hauptziel des Projektes ist es, junge Ärztinnen und Ärzte nachhaltig für die Arbeit als Landärzte in einer strukturschwachen ländlichen Region zu gewinnen. Beachtung finden muss, dass 70% der Studierenden weiblich sind und gendersensible Anforderungen an ihren Beruf stellen. Besondere, auf die Zielgruppe zugeschnittene Arbeitsbedingungen und ein attraktives Lebensumfeld sind dabei zentrale Ansatzpunkte.

1.Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine ausgeglichene Work-Life-Balance

2.Abbau von Vorbehalten gegenüber der hausärztlichen Tätigkeit durch generationenübergreifendes Arbeiten im Ärzteteam

3.Entlastung von administrativen Aufgaben

Eine für Ärzte lebensphasenbezogene Arbeitszeitgestaltung macht eine zeitnahe Reaktionsmöglichkeit auf kurz-, mittel- und langfristige Veränderungen der Lebenssituation möglich. Die proaktive, intensive Unterstützung bei der beruflichen und sozialen Integration der Lebenspartner und Familienmitglieder hilft, mögliche Mängel im strukturschwachen ländlichen Raum adäquat auszugleichen und die Attraktivität der Region zu erhöhen.

Die ausbildungs- und altersübergreifende intensive Zusammenarbeit im Ärzteteam macht es möglich, Hemmschwellen gegenüber den verantwortungsvollen und vielschichtigen Aufgaben in der Primärversorgung bei Berufsanfängern sowie Studierenden abzubauen. Sie erleichtert den Quer- und Wiedereinstieg in den Beruf. Die Weitergabe von langjährigen Erfahrungen und Handlungsroutinen einerseits und das Einbringen von aktuellem Wissen und neuen Fertigkeiten andererseits nutzt im strukturierten Rahmen allen beteiligten Ärzten und schafft Sicherheit im Umgang mit der „Unschärfe“ medizinischer Probleme im Niedrigprävalenzbereich.

Eine hohe Arbeitszufriedenheit der beteiligten Ärzte ist durch die Konzentration auf die ärztlichen Kernkompetenzen möglich. Die Entlastung von zeitraubenden administrativen Tätigkeiten sowie die kompetente Übernahme von ärztlichen Routineaufgaben durch geschulte Medizinische Fachangestellt konnte in einem Pilotprojekt bereits erfolgreich umgesetzt werden. Diese Entlastung soll im Projekt weiter ausgebaut, erweitert und optimiert werden. Die beteiligten Ärzte können sich so ganz auf ihre erlernte Aufgabe der konkreten Patientenbetreuung konzentrieren.

Das Projekt zielt mittel- bis langfristig darauf ab, dass sich Studierende und Ärzte in Weiterbildung für die Tätigkeit als Landärzte entscheiden. Dieser Zeitrahmen ist durch die mehrjährige Weiterbildungszeit in der Facharztausbildung Allgemeinmedizin vorgegeben. Kurz- bis mittelfristig könnte die Akzeptanz bei älteren Kolleginnen und Kollegen sowie interessierten Studierenden ein Indikator für die Wirksamkeit des Projektes sein.